Lebenshilfe startet bundesweite Kampagne „Teilhabe ist Menschenrecht“ gegen Kürzungen bei der Eingliederungshilfe

24.02.26

Die Lebenshilfe startete gestern eine wichtige bundesweite Kampagne unter dem Motto „Teilhabe ist Menschenrecht“. Ziel der Kampagne ist es, auf die drohenden Kürzungen der Eingliederungshilfe aufmerksam zu machen und deren unverzichtbare Bedeutung für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu unterstreichen.

Eingliederungshilfe in Gefahr?

Die Kommunen stehen unter finanziellen Druck, was zu immer neuen Sparvorschlägen führt. Besonders die Eingliederungshilfe, die Menschen mit Unterstützungsbedarf hilft, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, steht zur Debatte. Auch Bundeskanzler Merz äußerte kürzlich Kritik an den Kosten der Eingliederungshilfe, was bei Menschen mit Behinderung und ihren Familien Besorgnis auslöst. Viele fürchten, dass wichtige Leistungen gekürzt werden könnten.

Ulla Schmidt: „Finger weg von der Eingliederungshilfe!“

Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und ehemalige Bundesministerin, stellt klar: „Bereits im Grundgesetz steht, dass niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf. Eingliederungshilfe ist keine Luxusleistung, sondern die Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe. Sie darf nicht angetastet werden!“

Schmidt betont, dass die Kostensteigerungen vor allem auf die hohen Inflationsraten und die Entwicklung der Tariflöhne zurückzuführen sind. Zudem nehmen die Fallzahlen in der Eingliederungshilfe zu, was eine Folge des medizinischen Fortschritts und der höheren Lebenserwartung von Menschen mit Behinderung ist.

Bürokratieabbau als Einsparpotenzial

Die Lebenshilfe sieht Einsparpotenziale vor allem im Abbau von Bürokratie. Vorschläge beinhalten beispielsweise die Verlängerung der Überprüfungsintervalle für den Bedarf an Eingliederungshilfe und die Vereinfachung der Leistungsdokumentation. Diese Maßnahmen könnten helfen, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, ohne dass die Leistungen für die betroffenen Menschen gekürzt werden.

Weiterer Dialog zur Eingliederungshilfe

Ab heute wird das Bundesministerium für Arbeit und Soziales auch die Verbände in den laufenden Dialogprozess zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe einbeziehen. Dieser Dialog soll Lösungen finden, die sicherstellen, dass die Teilhabe von Menschen mit Behinderung nicht beeinträchtigt wird. Auch die Lebenshilfe und die anderen Verbände werden sich aktiv gegen Kürzungen der Eingliederungshilfe einsetzen und sich für die Rechte der Betroffenen stark machen.

Teilhabe ist Menschenrecht – Mach mit!

Die Lebenshilfe ruft alle dazu auf, die Kampagne „Teilhabe ist Menschenrecht“ zu unterstützen. Auf der Website der Lebenshilfe (www.lebenshilfe.de/teilhabe-ist-menschenrecht) können Materialien und Informationen zur Kampagne abgerufen werden, auch in Leichter Sprache. Die Lebenshilfe bittet darum, die Kampagne in den sozialen Medien zu teilen und so auf die wichtige Bedeutung der Eingliederungshilfe aufmerksam zu machen.

Weitere Informationen und Materialien stellt die Lebenshilfe auf ihrer Website zur Verfügung.